Fahrradpause und Regen

Heute steht Ausruhen im Vordergrund: Gestern war zu anstrengend und ich brauche ein oder zwei Tage ohne Fahrradfahren. Daher ist unser heutiges Ziel, zu dem angedachten Zeltplatz von gestern zu fahren und den restlichen Tag nichts zu tun. Natuerlich habe ich einen Platten und so wird der Morgen erst mal mit Flicken verbracht. Relativ spaet machen wir uns dann gegen 11 Uhr auf den Weg, aber wir haben heute ja auch keine Eile. Nach kurzen und wunderbar flachen 13km kommen wir im Bush Chooks Travellers Village an und von da an passt einfach alles. Chris, der Eigentuemer heisst uns mit einem herzlichen Lachen willkommen und ich fuehle mich sofort wohl und zuhause.

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Rasen fuer Zelte mit Pool im Hintergrund

Wir stellen unser Zelt auf und ich mag den Aufbau des Campingplatzes: Es sieht wirklich wie ein kleines Dorf aus – mit einem Stueck Gras fuer Zelte und Wohnmobile in der Mitte und einige kleine Huetten drum rum. Und das wichtigste – es gibt eine perfekt ausgestattete Campingkueche! Das ist eine willkommene Abwechslung zu unserem kleinen Kocher. Ich glaube wir ueberlegen hoechstens 5 Minuten bevor wir uns entscheiden, zwei Naechte zu bleiben.

p1110703Und dann machen uns Chris und seine Frau das beste Geschenk: Sie lassen uns fuer den selben Preis, den wir mit Zelt bezahlt haetten, in einer kleinen Huette mit echtem Bett und eigenem Badezimmer uebernachten!

Best relaxing stay at Bush Chooks Travellers Village with Free Upgrade from Tent to a comfortable bed with...
Wunderbar erholsamer Kurzurlaub im Bush Chooks Travellers Village mit bequemen Bett…
... our own bathroom!!!
… und eigenem Badezimmer!!!

Zu diesem Zeitpunkt fuehle ich mich wie im Himmel! Und so verbringen wir die naechsten Tage mit viel Nichtstun, Essen und ein bisschen Bloggen, Arbeiten und noch mehr Essen. Das ist alles was wir gerade brauchen. Danke, Chris!

Die beiden darauffolgenden Tage sind einfach, weil es fast ausschliesslich flach ist. Wir radeln ungefaehr 100km bis Gladstone und lernen auf dem Weg, dass Trivia Games (Ratespiele) beim Wachbleiben auf der Strasse helfen.

p1110707Bis jetzt hatte ich auf dem Fahrad wenig Probleme, wach zu bleiben, aber wer weiss ;). Ansonsten radeln wir auf einer Schnellstrasse und es passiert wenig ausser… Regen! In unserer ganzen bisherigen Fahrradtour, sind wir – bis auf ein wenig Nieselregen in den ersten beiden Tagen – nicht wirklich nass geworden. Der Regen ist also eine willkommene Abwechslung zu der heissen Sonne und wir geniessen die warmen Tropfen auf der Haut. Es ist ein ganz leichter aber sehr dichter Regen, so dass wir im Laufe des Tages mehrmals voellig nass werden, nur um dann in der Sonne und im Wind wieder schnell zu trocken und von vorne… Aber ich bin sehr dankbar mal eine Sonnenpause zu haben – wer haette das gedacht!

In Gladstone treffen wir unseren Gastgeber Stephen, der ein grosses Haus hat und viele Couchsurfer willkommen heisst. Es ist entspannt, mit ihm zu reden, zu essen und ein bisschen von seinen diversen selbstgemachten Alkoholika zu probieren ;). Leider ist ein Abend viel zu kurz, um noch dazu sein Freiluftkino auszuprobieren. Das hat Stephen selbst gebaut und ich habe grosse Lust, sowas auch zu machen, wenn ich irgendwann in den naechsten Jahren mal laenger an einem Ort bin.

Als wir aus Gladstone rausfahren, haben wir eine komische Begegnung: Wir halten auf dem Seitenstreifen einer ziemlich ruhigen Strasse an, um ein Foto zu machen. Schliesslich bemerken wir einen Mann in einem Auto, der direkt hinter uns mitten auf der Strasse anhaelt und nicht weiterfaehrt. Wir machen weiter Fotos und er wartet weiter. Irgendwann wundern wir uns ein bisschen und fragen uns, ob er sich wohl daran stoert, dass wir Fotos auf dem Seitenstreifen machen. Momentan ohne grosses Interesse an einer Diskussion schieben wir die Raeder auf das Gras neben der Strasse. Daraufhin ueberholt er uns, haelt wieder an, steigt aus und kommt zu uns.

Er: “Wisst ihr, dass ich euch nicht ueberholen darf, wenn ihr auf dem Seitenstreifen steht? In der Mitte der Strasse ist eine durchgezogene Linie und da darf ich nicht drueber fahren und ich muss euch einen Meter Platz geben.”

Ich: “Es tut mir leid, aber das stimmt nicht. Wir haben das gerade erst auf der offiziellen Seite der Regierung von Queensland nachgeschaut. Sie duerfen ueber einfache und doppelt durchgezogene Linien fahren, um Fahrradfahrer_innen einen Meter Platz zu geben.”

Er: “Nein, das stimmt nicht. Da sind Sie im Unrecht.”

Ich: “Wir haben das wirklich gerade erst auf der Regierungsseite gelesen.”

Er: “Nein, das ist… ”

Ihr koennt euch vorstellen, wie das Gespraech weiter geht. Torsten schaut waehrenddessen nochmal auf dem Smartphone nach und zeigt ihm die offizielle Information.

Er:” Oh tatsaechlich, das wusste ich nicht. Naja, dann haben wir heute wohl alle was gelernt.”

Aeh, ja.

p1110716Der restliche Tag sieht ungefaehr so aus wie in diesem Bild. Ich geniesse immer noch die Regenschauer, bin aber auch dankbar fuer eine Tankstelle mit einem Dach, um zu essen und einen Kaffee zu trinken. Und noch besser: Wir haben Rueckenwind, der uns direkt bis nach Rockhampton blaest. Hier bleiben wir fuer ein Festival und ein bisschen Entspannung – mehr dazu naechstes Mal!

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