Vom Stadtleben ins Paradies

p1110426Stadtleben

Am naechsten Tag machen wir uns auf den Weg nach Brisbane. Es ist ein entspannter Radeltag und ich merke wieder mal, dass meine Muskeln staerker werden. 75km ist gar nicht mehr viel – cool!

In Brisbane finden wir coole Kaffee-Vans (hm, eine Geschaeftsidee fuer die Zukunft? 😉 )…

p1110429bunte Maerkte mit leckerem Gemuese fuers Abendessen…

p1110431alte und neue Gebaeude…

p1110462und lokale wilde Tiere. Furchterregend. 🙂p1110446Wir verbringen ausserdem so einige Stunden in der Buecherei und arbeiten / schreiben Blogeintraege, planen unsere Route und schreiben Anfragen an warmshowers-Gastgeber_innen. Und wir freuen uns ueber all die Camping- und Fahrradlaeden, die es in einer grossen Stadt so gibt und kaufen noch mehr Ausruestung fuer unsere Tour ein. Wie zum Beispiel eine Benzinflasche fuer unseren neuen Kocher – den MSR Whisperlite:

p1110467Ich habe lange recherchiert, welche Kocher fuer unsere Tour in Frage kommen. In Neuseeland hatten wir zum Wandern immer Gaskocher dabei und waren damit zufrieden. In Australien sind Gaskartuschen aber wesentlich schwerer zu finden und auf Dauer auch ziemlich teuer, da wir viel selbst kochen und nicht immer nur Fertignudeln machen wollen. Es soll ausserdem moeglich sein, praktisch ueberall auf der Welt Benzin (Gas/Alkohol/…) fuer den Kocher zu bekommen, um so flexibel wie moeglich zu sein. Und mit dieser Voraussetzung bin ich immer wieder bei Kochern gelandet, die mit Benzin bzw. Kochbenzin funktionieren. (Oder mit Alkohol – diese Kocher sind ein bisschen langsamer, aber trotzdem eine gute Alternative – am Ende ist es wohl Glaubenssache.)

Wir haben dann online ein gutes Angebot gefunden und uns den MSR Whisperlite nach Brisbane schicken lassen. Und bis jetzt ist er absolut grossartig! (Koch-)Benzin ist billig und leicht zu bekommen, der Windschutz macht das Kochen angenehmer und effizienter und die Handhabung ist einfach, wenn man es einmal gemacht hat.

Unsere entspannte Zeit in Brisbane verdanken wir unseren wunderbaren Gastgeber_innen Fiona, Elizabeth und Donald. Fiona ist erst vor 6 Wochen von ihrer Fahrradtour durch Europa und Indonesien zurueck gekommen und hat ihre Eltern ueberzeugt, warmshowers-Gaeste aufzunehmen. Und wir geniessen jede Minute mit ihnen: Wir wechseln uns mit dem Kochen ab, trinken besten Kaffee zusammen und haben inspirierende Gespraeche: Fiona macht Stadtplanung und es ist spannend, ihre Sichtweise kennen zu lernen. Und ihre Eltern teilen so einige Geschichten ueber Fiona mit uns als sie nicht da ist ;). Danke euch allen!!

Auf dem Weg…

Der naechste Tag bringt drei besondere Begegnungen / Erlebnisse:

1. Ananas-Felder! Ich liebe Ananas aber habe sie noch nie wachsen gesehen. Diese hier wurden schon geerntet aber schaut euch die Farben an!

p11104722. Regen. Warum ist das so besonders? Naja, in all den Wochen unserer Fahrradtour hatten wir bis jetzt (bis auf ein bisschen Nieselregen in den ersten beiden Tagen) keinen Regen. Heute hatten wir gerade unser Zelt auf einem Pausenplatz in der Naehe einer Autobahn aufgestellt und uns und unser Kochgeschirr unter einem kleinen Haeuschen untergestellt als es zu regnen anfaengt. Und mit Regen meine ich, dass es Katzen und Hunde regnet und dazu gibt es heftige Windboen, Blitze und Donner. Und in 5 Minuten ist alles vorbei. Surreal.

3. Nette Gespraeche am Lagerfeuer. Ich treffe drei Maenner, die in der Naehe als Klempner arbeiten und da sie nicht jeden Tag nach Brisbane zurueckfahren wollen, haben sie sich auf der Raststaette haeuslich eingerichtet. Wir reden ueber Arbeit und Leben und Traeume und Ideen.

…ins Paradies

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Der bunte Vogel mag mein Fahrrad

Der naechste Tag ist lang. Ich kaempfe mit Huegeln und Gegenwind und bin gestresst, weil wir wieder mal eher spaet los gekommen sind und das die Tage noch kurzer macht. Die Sonne geht momentan so gegen halb6 unter und im Dunklen Fahrradfahren macht einfach nicht so viel Spass, weil ich ja was von der Gegend sehen moechte. Also bin ich hin- und hergerissen zwischen schneller fahren, damit wir vor Dunkelheit ankommen und meinem Beduerfnis, langsam zu fahren, um vorzeitige Erschoepfung zu vermeiden und das Radeln zu geniessen. Torsten braucht einige Zeit, um mich zu ueberzeugen, in einr Pause schwimmen zu gehen – komisch, normalerweise bin ich immer dafuer, lange Pausen zu machen. Aber heute kann ich mich einfach nicht entspannen. Aber was ist eigentlich soo schlimm daran, ein bisschen im Dunklen zu fahren?

Und sobald ich im Wasser bin, ist der ganze Stress verschwunden und ich geniesse einfach den Moment. Es macht total viel Spass, zu schwimmen! Und im Nachhinein bin ich so froh, das gemacht zu haben, weil es das einzige Mal in Australien gewesen sein sollte. Am Anfang war es zu kalt und nur kurze Zeit spaeter haetten wir uns den Strand mit Krokodilen teilen muessen – da macht Schwimmen dann nicht mehr so viel Spass.

Nach unserer Pause haben wir noch ungefaehr 20km vor uns und als es schon dunkel wird, haelt ein Auto an und Rae und Bob, unsere Gastgeber_innen winken uns zu! Sie haben sich Sorgen gemacht, wo wir bleiben und sind uns schonmal entgegen gefahren! Ich habe zuerst ein schlechtes Gewissen, aber die beiden sind so unglaublich herzlich, dass das alles schnell vergessen ist. Wir packen all unsere Taschen in ihr Auto und mit den unbeladenen Fahrraedern vergehen die restlichen 5km wie im Flug. Rae und Bob warten hinter jeder Abzweigung, um zu sehen, ob wir noch da sind – wie nett!

Als wir in ihrem Haus sind, muss ich wieder mal ueber unser derzeitiges Leben schmunzeln: Ich fuehle mich so unglaublich wohl mit Rae und Bob waehrend wir Geschichten ueber vergangene und zukuenftige Reisen teilen. Die beiden strahlen Waerme und Neugierde uebers Leben aus und es ist so leicht, das gemeinsame Kochen, Essen und alles andere zu geniessen. Und so zoegern wir hoechstens eine kleine Sekunde, als sie uns einladen, noch eine Nacht zu bleiben!

Am naechsten Tag verwoehnt uns Rae mit selbstgemachten Smoothies zum Fruehsteck und wir geniessen den Blick vom Balkon dazu:

p1110529Nach dem Fruehstueck zeigen uns Rae und Bob ihre Macadamia-Nussfarm und ich kann es kaum fassen, wie unglaublich gruen hier alles ist:

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p1110549Wir sehen eine Python…

p1110504und Wallabies in der Ferne…

p1110568_v1bewundern die Bienenstoecke aus sicherer Entfernung…

p1110577und lachen ueber neugierige Papageien:

p1110615Und natuerlich sehen wir wie Macadamienuesse an Baeumen wachsen…

p1110557und schauen Rae und Bob bei Nuesseknacken zu und helfen dann beim Aussortieren:

p1110587Die Nuesse schmecken cremig und unglaublich lecker und wir koennen nicht aufhoeren, sie zu essen. Aber weil wir so viel Fahrradfahren, haben wir trotzdem noch Platz fuer Fruehstueck, Mittag- und Abendessen. Und Snacks zwischendrin :).

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang an der Kueste (Noosa Heads), was den Tag wunderbar ergaenzt.

p1110596Rae und Bob, wir danken euch von Herzen fuer alles – es war wie ein kleiner Urlaub im Paradies fuer uns!

Um was es geht

Und wieder mal wird uns klar, um was es geht: Darum, Menschen und ihr Leben kennenzulernen, ihre Ideen, ihre Traeume und ihre Routinen. Menschen in Staedten und im Hinterland, Menschen in kleinen Doerfern und auf Farmen. Es mag manchmal anstrengend und frustrierend sein, dahin zu kommen, es moegen Hindernisse wie Huegel, Gegenwind oder zu wenig Zeit im Weg liegen, aber am Ende ist es das immer wert. Immer und immer wieder.

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